Warning: Parameter 1 to modMainMenuHelper::buildXML() expected to be a reference, value given in /www/htdocs/v082356/libraries/joomla/cache/handler/callback.php on line 99

Spendenkonto

Integration unterstützen:

Empfänger: Spessart-Gymnasium Alzenau
IBAN: DE58 7955 0000 0012 2067 10
Sparkasse Aschaffenburg-Alzenau

Verwendungszweck: Arkadas
Vortrag „Festung Europa“ Drucken
Freitag, 17. Oktober 2008 um 18:21
Europareferent Karl Kopp vom Verein „pro asyl“ berichtete gestern im Alzenauer Maximilian-Kolbe-Haus über die Abwehr von Flüchtlingen seitens der EU-Staaten.

 

Vortrag im Maximilian-Kolbe-Haus in Alzenau am 01.10.2008 zum Thema „Festung Europa“

An den Außengrenzen verleugnet die EU ihre eigenen Werte. Im Rahmen der Interkulturellen Woche berichtete Europareferent Karl Kopp vom Verein „pro asyl“ gestern im Alzenauer Maximilian-Kolbe-Haus über die Abwehr von Flüchtlingen seitens der EU-Staaten. Eine eigens gegründete Agentur namens „Frontex“ überwache vor allem die Küsten. Aufgegriffene Flüchtlinge würden ohne Prüfung ihrer Schutzbedürftigkeit an Staaten wie Libyen oder Mauretanien überstellt. Dort sei ihr Schutz nicht gewährleistet, weil  diese Staaten der Genfer Flüchtlingskonvention nicht beigetreten sind. Aussetzungen von Zurückgeschobenen in der Wüste seien dokumentiert.  
Karl Kopp berichtete von seiner Reise als Mitglied einer Delegation auf die Insel Lesbos in der Ägäis. Mit eindrucksvollen Bildern unterlegte er seine Schilderungen von den Versuchen der Flüchtlinge mit kleinen nussschalenartigen Booten europäischen Boden zu erreichen. Oft verhinderten die Patrouillenschiffe mit brutalen und fragwürdigen Methoden eine Landung.  
Bei der anschließenden Diskussion warnte Kopp davor, die illegalen Migranten pauschal als „Wirtschaftsflüchtlinge“ abzuqualifizieren. Dies träfe möglicherweise auf einige westafrikanische Länder zu. Doch müsse man hier bedenken, dass durch Agrarsubventionen und Fischereipolitik der EU vielen Menschen dort die Lebensgrundlage entzogen worden sei. Ganz anders die Situation in Libyen. Dort kämen hauptsächlich Flüchtlinge aus Eritrea und Äthiopien an. Deren Anerkennungsquote in Deutschland betrage 40-50%. Ähnlich die Situation in der Ägäis, wo viele Flüchtlinge aus Afghanistan, dem Irak und dem Iran stammten.
Kopp plädierte für eine andere Flüchtlingspolitik der EU: Flüchtlingen dürfe eine Prüfung ihrer Schutzbedürftigkeit nicht vorenthalten werden, ansonsten verleugne man die eigenen Werte. Die jetzige Abschottung bewirke ihr genaues Gegenteil: Illegale Einwanderung werde damit geradezu heraufbeschworen.  
Eine positive Nachricht wollte Kopp den Zuhörern nicht vorenthalten: Die Chancen stünden gut für die Aufnahme von gefährdeten Minderheiten wie Christen und Yeziden aus dem Irak. Hier habe die Zivilgesellschaft mit starker Unterstützung der christlichen Kirchen viel bewirkt.  
Burkhard Oberle, 02.10.2008

(Caritasverband AB - Sozialdienst für Flüchtlinge)

 

Arkadas = Freund. Integration am Spessart-Gymnasium Alzenau